Immer mehr Fachleute sind der Meinung, dass alle Werbeformate, die optisch an das Umfeld angepasst und integriert sind, Native Ads sind. So kommen Hybridformen, wie z.B. Influencermarketing, Facebook und Twitter Anzeigen und Bild-Text-Anzeigen zustande, die sich mit dem Merkmal „nativ“ brüsten. Sogar Suchmaschinenwerbung wird von manchen als Native Ads bezeichnet.

Tatsächlich besteht Native Advertising aus deutlich mehr Merkmalen, als die optische Anpassung an ein Medium. Diese Merkmale kann man in 7 Punkten zusammenfassen:

„Native Advertising ist Paid Media, transportiert Content, der im Zuge des Content-Marketing erstellt wurde, ist als Werbung gekennzeichnet, passt sich hinsichtlich Form, Funktion und Kontext an das jeweilige redaktionelle Medium an, lässt sich ohne Störungen und Unterbrechungen konsumieren, ist teilbar in sozialen Netzwerken und wird nur in redaktionellen Umfeldern veröffentlicht.“

  1. Native Advertising ist Paid Media

Native Advertising ist nicht eine Form von Content, sondern eine bezahlte Methode, Content möglichst authentisch in redaktionellen Medien einzubinden. Es dient als Vehikel. Und damit kommen wir auch direkt zum zweiten Punkt.

  1. Der Content

Da Native Advertising, wie in Punkt 1 beschrieben, als „Transportmittel“ für den werblichen Content dient, ist dies der Hauptbestandteil einer nativen Anzeige. Dabei sollte man jedoch beachten, dass nur hochwertiger Content, der im Zuge des Content-Marketings erstellt wurde, für Native Advertising geeignet ist. Im Vordergrund sollte immer der inhaltliche Mehrwert für den Leser stehen. Die Beantwortung der Frage, ob ein Bild oder eine Satzzeile dabei als Content ausreichend ist, überlassen wir jedem selbst. Unserer Meinung nach reicht das nicht aus, um von Content zu sprechen.

  1. Die werbliche Kennzeichnung

Native Ads sind Werbung und werden auch als solche gekennzeichnet. Bei nicht gekennzeichnetem werblichen Content handelt es sich nicht um Native Advertising.

  1. Form, Funktion und Kontext eines Mediums

Es reicht nicht aus, eine Anzeige nur optisch an das jeweilige Medium anzupassen, um von Native Advertising auszugehen. Es sind mehrere Faktoren für die Angleichung an das redaktionelle Medium entscheidend.

Eine Veröffentlichung hinsichtlich der Form erfolgt dann, wenn die Anzeige sich optisch an die Struktur und die Platzierung eines Artikels des zugrundeliegenden redaktionellen Mediums angleicht.

Die Bedingung der Funktion ist erfüllt, wenn die Anzeige dieselben Funktionen beinhaltet, wie die Artikel des jeweiligen Mediums.

Hinsichtlich des Kontextes ist zu beachten, dass sich die Anzeige inhaltlich, stilistisch und thematisch an dem Themengebiet des Publisher orientiert und sich diesem anpasst. Somit setzt Native Advertising voraus, dass es sich bei dem transportierten Content um einen redaktionellen Inhalt handeln muss.

  1. Keine Störungen und Unterbrechungen

Bedeutet: der Leser wird bei Interesse an einem Artikel, nicht auf eine externe Landingpage in einem anderen Medium entführt, keine plötzlichen Geräusche, keine blinkenden Bilder und keine irreführenden Titel. Nichts was den Leser von dem ablenken könnte, was er gerne sehen möchte. Native Advertising basiert auf einer freiwilligen Interaktion. Das Besondere ist, dass der Konsument selbst entscheidet, wann er sich mit einer Anzeige auseinandersetzt, und wann nicht. Das eine Kampagne gut geklickt wird, kann deshalb nur ein höherwertiger Content garantieren. Content, der das Interesse der Leser weckt ohne auf Clickbait oder andere Maßnahmen zurückgreifen zu müssen.

  1. Teilbarkeit in sozialen Netzwerken

Um der Authentizität eines Artikels nachkommen zu können, muss aus dem gewohnten Habitus heraus zumindest die Teilbarkeit in sozialen Netzwerken möglich sein. Am Ende obliegt das Teilen der Anzeige dem Konsumenten.

  1. Das redaktionelle Umfeld

Eine Platzierung im redaktionellen Umfeld bedeutet nicht, dass Bannerflächen für die Ausspielung genutzt werden. Auch Flächen, die zur Unterbrechung des Leseflusses führen sind demnach ausgeschlossen. Da Native Ads Content transportieren, werden sie unterhalb von Artikeln oder zwischen Artikelübersichten (In-Feeds oder Rubriken) positioniert. Aus dieser Platzierung, können nativen Anzeigen den Leser aus einer informativen Umgebung abholen. Zusätzlich werden Native Ads nur Medien veröffentlicht, die eigene redaktionelle Inhalte veröffentlichen.

Beachtet man diese 7 einfachen Richtlinien bei der Contenterstellung und der Planung der nächsten nativen Anzeige, kann man sich der positiven Effekte, die das Native Advertising mit sich bringt, sicher sein.

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